Rückblick: Fair Trade Night 2020 – op Jück



Am 24.09.20 fand die sechste Kölner Fair Trade Night unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Henriette Reker statt. Um auch im Jahr 2020 während der Corona Pandemie mit den Besucher*innen eine sichere Fair Trade Night stattfinden zu lassen, fand die diesjährige Fair Trade Night „op Jück“ an vier verschiedenen Orten statt. Mit der Verteilung der Besucher*innen auf die unterschiedlichen Standorte wurde gewährleistet, dass genügend Abstand während der Veranstaltung eingehalten werden konnte.

Die Besucher*innen konnten die vielfältigen Facetten der Welt des Fairen Handels an den vier Standorten FORUM Volkshochschule, Alte Feuerwache, Allerweltshaus und im Fairen Hof bei Fairtrade Deutschland entdecken. Jeder Standort fokussierte sich dabei auf ein anderes Schwerpunkthema aus der Welt des fairen Handels.

 

Junges Engagement – Fairer Handel im Bildungsbereich

Im Hof der Alten Feuerwache konnten sich die Besucher*innen bei einem Mini-Fair bei verschiedenen Fairtrade-Schools und der Uni Köln über ihre fairen Projekte und Aktivitäten informieren. Auch faire Unternehmen präsentierten ihre nachhaltigen Produkte. Die Impulsvorträge an den zwei Thementischen „Junges Engagement von Anfang an“ (Kampagne Fairtrade-Schools, Grundschule Irisweg) und „Junges Engagement & Fair Fashion“ (Kampagne Fairtrade-Schools, dem Hildegard-von-Bingen-Gymnasium) informierten über Möglichkeiten sich im Bildungsbereich zu engagieren. Kreativ ausgetobt werden konnte sich am Stand vom Iglu von kiss the Inuit mit selbstgestalteten Aufnähern für die Kleidung und beim Siebdruckwagen vom Mode Kollektiv.  Der Künstler „Frank Zappel“ sprayte während der Veranstaltung live ein Graffiti im Hof der Feuerwache zum Thema.

 

Fairer Handel & globale Entwicklungsziele

Unter dem Motto ,,Fairhandeln für ein gutes Leben“ gestaltet Fairtrade Deutschland eine Station der Fair Trade Night im eigenen Hof. Neben einem Mini-Fair mit unterschiedlichen Aussteller*innen und Initiativen, die über ihr Engagement im Bereich Umweltschutz, Fairtrade-Kampagnen, nachhaltige Lebensstile und Konsummöglichkeiten informierten, gab es auch eine alkoholfreie Mocktail-Bar und faire Snacks von Fairtrade Original zum Probieren. Während einer spannenden Diskussionsrunde mit der Universität Köln, wurde die Kooperation zwischen Forschung und Praxis zur Weiterentwicklung des Fairen Handels diskutiert. Bei einer Filmvorführung der Dokumentation ,,Make the world a better place“ mit fairem Popcorn und Gespräch mit dem Regisseuren konnte der Abend im Fairen Hof ausklingen.

 

Fair Trade in einer (post-)kolonialen Gesellschaft

Im Allerweltshaus wurde bei einem intensiven dreistündigen Workshop der faire Handel in einer (post) kolonialen Gesellschafft behandelt. Der Workshop wurde angeleitet von Fernanda Oliveira de Souza vom Projekt Allerweltshaus Dekolonial. In dem Workshop wurde anhand von partizipativen Methoden diskutiert und reflektiert, inwiefern eine aus Machtstrukturen geprägte Gesellschaft tatsächlich fair sein kann, welche Fallstricke es gibt und wie wir rassismuskritischer handeln können.

 

Faire Siegel & Lieferkettengesetz

Wer mehr über den fairen Handel & das Lieferkettengesetz erfahren wollte, war am Standort FORUM VHS genau richtig. An dem Thementisch „Siegel des Fairen Handels“ klärten Expert*innen von FEMNET e.V. und dem Weltladen Köln Fragen zu den unterschiedlichen fairen Siegeln. Auch faire Unternehmer*innen und Initiativen präsentierten an diesem Standort bei einem Mini-Fair ihre Arbeit und Produkte. Ein Highlight des Abends war die diesjährige Podiumsdiskussion „Fairer Handel & das Lieferkettengesetz: Corona zeigt, wie wichtig das ist“. Aufgrund der Corona-Krise konnten nicht wie gewohnt Expert*innen aus dem Globalen Süden anreisen, um von ihrer Arbeit im fairen Handel aus Produzent*innen Sicht zu berichten. Daher wurde stattdessen an dem Abend diskutiert, wie der Umgang und die Auswirkungen der Corona-Pandemie sich im konventionellen Handel in anderer Weise zeigten als im Fairen Handel. Die Diskussion mit Claudia Brück (Fairtrade Deutschland), Sina Marx (FEMNET e.V.) und Leon Meyer zu Ermgassen (Initiative Lieferkettengesetz/ Informationsstelle Peru e.V.) zeigte die Notwendigkeit für gesetzlicher Regelungen auf, um damit Unternehmen in die Pflicht zu nehmen Verantwortung für ihre Lieferketten zu übernehmen.

Musikalisch begleitete die Veranstaltung der Musiker Martin Voogd mit der Gitarre im Foyer des Rautenstrauch-Joest Museums. Den Abend rundet die Kabarettistin Katinka Buddenkotte mit einer Lesung ab.

Die Fair Trade Night ist ein gemeinsames Projekt von Fair Trade Town Köln, KölnAgenda e.V., VHS Köln, Allerweltshaus Köln e.V., TransFair e.V., ökoRAUSCH Festival, ConAction e.V. , Gesamtgrundschule Irisweg, dem internationalen Referat der Stadt Köln und dem Rautenstrauch-Joest-Museum. Finanziell unterstützt wird die Veranstaltung von der Stadt Köln.

Fotos von verenafotografiert.