Schule als Garten
Hintergrund
Vor dem Hintergrund, dass Kinder und Jugendliche mehr Zeit denn je in der Schule verbringen und der Aufenthalt an außerschulischen Lernorten und das Spielen in der „Natur“ zurückgehen, gewinnt die Qualität der an der Schule verbrachten Lebenszeit an Bedeutung. Dies gilt vor allen Dingen in einem städtischen Raum wie Köln. Die naturnahe Umgestaltung des Schulgeländes und die Anlage von Schulgärten bieten hierbei eine Möglichkeit, das Bildungsangebot zu ergänzen, dem Verlust von „Naturerfahrung“ entgegenzuwirken und den „Lebensraum Schule“ aufzuwerten.
Projektstelle wird erprobt
Die Projektstelle „Schule als Garten“ ist im April 2009 beim KölnAgenda e.V. ins Leben gerufen worden. Die in der Erprobung befindliche Projektstelle bietet Unterstützung und Beratung für die Bereiche Schulgärten und Begrünungsprojekte an Schulen im Stadtgebiet Köln an. Neben gärtnerischer Unterstützung beinhaltet das Angebot auch Hilfestellung und Begleitung der Schulpädagogik für diesen Bereich.
Die Beratung berücksichtigt die biologisch-organische Nahrungsmittelerzeugung wie auch den ökologisch vielfältig gestalteten Raum, der auch ein Raum des Erlebens und Bewegens in einem interdisziplinär-pädagogischen Kontext ist.
Umfrage mit großer Resonanz
Eine im April 2009 im Rahmen des Projektes durchgeführte Umfrage an 293 Kölner Schulen, zeigte die hohen Bedarfe an Unterstützung und Beratung der Schulen für diesen Bereich. Von den angeschriebenen Schulen antworteten 123 Schulen (42 %). Davon gaben 101 Schulen (81 %) Beratungs- bzw. Unterstützungsbedarfe an. Ein großes Thema bei der Umfrage waren die Schulgärten: Von den befragten Schulen verfügen bereits 74 Schulen über einen Schulgarten, weitere 31 sollen dazu kommen. Die Anzahl der Schulgärten ist von 1970 bis 2009 kontinuierlich gestiegen. Auch die Schulfreiflächengestaltung ist ein oft genanntes Thema: Hier machten 53 Schulen (43 %) Angaben zur Beratung und Unterstützung von Begrünungsprojekten. Diese Zahlen belegen den hohen Bedarf der Schulen an Beratung in den genannten Bereichen.
Bildung für nachhaltige Entwicklung
Mit dem Aktionsplan der Vereinten Nationen, die Jahre 2005 bis 2014 zur Weltdekade der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ zu erklären, ist Bildung zu einem Schlüsselthema für eine zukunftsfähige Gesellschaft geworden. Für die Schulen gibt es zahlreiche Beteiligungsmöglichkeiten an diesem Prozess, z. B. bei der Kampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“, die von der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA) koordiniert und von Transfer 21 begleitet wird. Besonders geeignet für eine nachhaltige Bildung an Schulen sind Themen- und Handlungsfelder, die auf Schülerbeteiligung setzen und interdisziplinäres Arbeiten ermöglichen. Hier bieten Schulfreiflächengestaltung und Schulgärten vielfältige Ansätze.
Ansprechpartner: Peter Mülbredt, Tel.: 0221 / 3382-125,
E-Mail: p.muelbredt@koelnagenda.de

