Gender Budget
Die Geschichte der Gender Budgets reicht über das Jahr 1999 hinaus, als die EU mit dem Vertrag von Amsterdam ihre Mitgliedsländer zum Gender Mainstreaming verpflichtete und zum Engendering öffentlicher Haushalte aufrief. Den Anfang hatte 1984 Australien gemacht, einige Jahre später folgten Südafrika und weitere Entwicklungsländer in Afrika und Asien. In Europa fasste das Gender Budgeting nur langsam Fuß. Zivilgesellschaftliche Initiativen wie die Women’s Budget Group in Großbritannien oder eine Frauengruppe im schweizerischen Kanton Basel übernahmen in den 90er Jahren die Vorreiterrolle.
Obwohl die Erwartungen an ein geschlechtergerechtes Management öffentlicher Mittel groß sind, konnte noch kein Verfahren entwickelt werden, das den Anforderungen an Transparenz, Verlässlichkeit und Übertragbarkeit genügen würde. Insbesondere die mangelnde Verfügbarkeit geeigneter Daten erweist sich für viele Initiativen als fast unüberwindliche Hürde. Auch in Berlin, wo im Jahr 2002 von Seiten des Senats das Gender Budgeting als Instrument des Gender Mainstreaming etabliert worden ist, zeigt sich der Bedarf an weiterführender Recherche.
Obwohl die Erwartungen an ein geschlechtergerechtes Management öffentlicher Mittel groß sind, konnte noch kein Verfahren entwickelt werden, das den Anforderungen an Transparenz, Verlässlichkeit und Übertragbarkeit genügen würde. Insbesondere die mangelnde Verfügbarkeit geeigneter Daten erweist sich für viele Initiativen als fast unüberwindliche Hürde. Auch in Berlin, wo im Jahr 2002 von Seiten des Senats das Gender Budgeting als Instrument des Gender Mainstreaming etabliert worden ist, zeigt sich der Bedarf an weiterführender Recherche.
Auf diesem Hintergrund besitzt das Projekt des FrauenForums der KölnAgenda Pilotcharakter. Im Rahmen der Diskussionen zum Leitbild 2020 der Stadt Köln beschloss das Forum, ein Gender Audit des Kölner Haushalts durchzuführen. Man war überzeugt, dass eine zukunftsfähige Entwicklung der Stadt nicht möglich ist ohne die gleichgewichtige Berücksichtigung der unterschiedlichen Interessen von Frauen und Männern. Frühere Analysen (z.B. in Basel) hatten nachgewiesen, dass öffentliche Sparmaßnahmen Frauen oft härter treffen als Männer. Vor allem für ihre sozialen und Familienaufgaben sind sie auf öffentliche Güter angewiesen, die ökonomisch als nachrangig gelten.
Das Projekt, für das keine öffentlichen Mittel beantragt wurden, fand Zustimmung und Unterstützung in Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Einvernehmlich beschloss die Projektgruppe, exemplarisch die Unterabschnitte Stadtbibliothek und Volkshochschule des Kölner Produkthaushalts unter die Lupe zu nehmen. In mühevoller Kleinarbeit haben 14 wissbegierige Kölnerinnen zwischen Oktober 2003 und November 2004 Daten gesammelt und in größere Zusammenhänge eingebettet. Für alle wichtig war die Perspektive, dass neben monetären Größen z.B. auch unbezahlte Arbeit in die Untersuchung einbezogen werden sollte. Die anfängliche Hoffnung, Männer für eine verlässliche Mitarbeit zu gewinnen, hat sich nicht erfüllt.
Das Projekt, für das keine öffentlichen Mittel beantragt wurden, fand Zustimmung und Unterstützung in Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Einvernehmlich beschloss die Projektgruppe, exemplarisch die Unterabschnitte Stadtbibliothek und Volkshochschule des Kölner Produkthaushalts unter die Lupe zu nehmen. In mühevoller Kleinarbeit haben 14 wissbegierige Kölnerinnen zwischen Oktober 2003 und November 2004 Daten gesammelt und in größere Zusammenhänge eingebettet. Für alle wichtig war die Perspektive, dass neben monetären Größen z.B. auch unbezahlte Arbeit in die Untersuchung einbezogen werden sollte. Die anfängliche Hoffnung, Männer für eine verlässliche Mitarbeit zu gewinnen, hat sich nicht erfüllt.
Zum Bedauern der Gruppe konnte für die Stadtbibliothek keine präzise Nutzenanalyse erstellt werden, weil Nutzungsdaten nicht durchgängig geschlechtsspezifisch erhoben werden. Auf dem Hintergrund der überregional geführten Weiterbildungsstatistik ist es jedoch gelungen, öffentliche Zuschüsse zur Bildungsarbeit der Volkshochschule mit hinlänglicher Genauigkeit auf Frauen und Männer aufzuteilen. Dabei ergab es sich, dass der auf Frauen entfallende Zuschussanteil geringer ist als ihr Anteil an den Belegungen. Weil sich Frauen nicht nur für beruflich verwertbare Inhalte, sondern auch für allgemeinbildende sowie für personen- und familienorientierte Angebote interessieren, tragen sie einen höheren Anteil der Kosten ihrer Weiterbildung selbst.
Dieser Befund bestätigt die Notwendigkeit, weitere Bereiche in die Analyse einzubeziehen und Entwicklungen sorgfältig zu beobachten.
Dieser Befund bestätigt die Notwendigkeit, weitere Bereiche in die Analyse einzubeziehen und Entwicklungen sorgfältig zu beobachten.



