"Warum die Rose sticht"
Köln, 03.05.2006Veranstaltung im DGB-Haus am 05.05.2006, 19:00 Uhr zur Rosenproduktion in Kolumbien
Hätten Sie gewusst, dass die Rosen im Blumenladen um die Ecke vermutlich aus Kolumbien stammen? Nach den Niederlanden ist Kolumbien weltweit zweitgrößter Blumenexporteur. In der Hochebene um die kolumbianische Hauptstadt Bogotá herrscht auf 2.600 Metern ewiger Frühling. Ideale klimatische Bedingungen haben einen Boom in der Blumenindustrie entfacht.
90.000 Menschen, die große Mehrheit Frauen, schuften in den kolumbianischen Blumenplantagen für Niedrigstlöhne. Ständiges Bücken, Einsatz von Giften und Arbeitshetze bedrohen die Gesundheit der Arbeiterinnen. Gewerkschaften werden systematisch bekämpft. "Unsere Mitglieder werden schikaniert und entlassen", erzählt Aidé Silva von der Blumenarbeitergewerkschaft Untraflores. Obwohl der kolumbianische Staat Gesetze zum Recht auf gewerkschaftliche Organisation hat, sieht die Realität anders aus. In der Vergangenheit haben Blumenfarmen die Behörden wiederholt dazu bewegen können, Blumengewerkschaften den legalen Status abzusprechen. Im Jahr 2005 konnte dies bei der Gewerkschaft Sintrasplendor nur durch eine internationale Briefkampagne verhindert werden.
Aidé Silva und anderen Frauen ist es vor vier Jahren gelungen, eine Gewerkschaft zu gründen. Regelmäßig gehen die Gewerkschafterinnen von Haus zu Haus, um ihre Zeitungen an die Arbeiterinnen zu verteilen. "So informieren wir die Frauen über ihre Rechte, denn auf den Plantagen darf die Gewerkschaft sich nicht sehen lassen", berichtet Aidé Silva.
Für sie ist wichtig, dass die Arbeitsbedingungen auf den Blumenplantagen im Ausland bekannt werden. "Deutschland importiert sehr viele Blumen aus Kolumbien. Die Verbraucher sollten die deutschen Blumenimporteure auffordern, von ihren Lieferanten vernünftige Arbeitsbedingungen und freie Gewerkschaftsarbeit auf den Plantagen zu verlangen."
Auf Einladung des Deutschen Gewerkschaftsbundes, des DGB Bildungswerks und der Menschenrechtsorganisation FIAN werden die vier kolumbianischen Blumengewerkschafterinnen Aidé Silva, Argenis Hernández, Helena Bustos und Gloria Romero in der Zeit vom 21. April bis 6. Mai in Deutschland sein, um über die Situation auf den Blumenplantagen und die Arbeit ihrer Gewerkschaft zu berichten. Am 5.5.2006, 19.00 Uhr kann man/frau sich DGB Haus, Hans-Böckler Platz 1 aus erster Hand informieren und mit den Kolumbianerinnen diskutieren, wie gemeinsam dazu beigetragen werden kann, dass menschenwürdige Arbeitsbeitbedingungen auf den Blumenplantagen entstehen. www.dgb-region-koeln.de
Themen: Globale Partnerschaft | Umwelt & Natur |
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