Mülheim plant
Köln, 16.03.2009„Advocacy planning“ bringt Bewegung in die Planung Güterbahnhof Mülheim Nord
Seit über 10 Jahren ist der stillgelegte Güterbahnhof in Köln-Mülheim ein Sanierungsgebiet. Für die etwa 16 ha große Brache sah die Stadt ursprünglich eine rein gewerbliche Bebauung vor, doch fand sich bislang kein geeigneter Investor für ein solches Vorhaben. Der südliche Teil des Gebietes befindet sich nunmehr in Privatbesitz, den mittleren und nördlichen Teil hat aurelis, ein Immobilienunter-nehmen, 2003 erworben.
Rund um dieses Gelände rankt sich mittlerweile ein facettenreiches Engagement, das getragen wird von Bürgern, Initiativen und Fachleuten, u.a. dem Architektenbüro Büder & Menzel. Gemeinsam setzen sie sich für eine Bebauung ein, die sowohl Wohn- als auch Arbeitsstrukturen, also eine Mischnutzung, vorsieht: Eine städtebauliche Planung, welche auch die angrenzenden Quartiere (Schanzenstraße, Keupstaße, Mülheimer Norden) miteinander verbindet und strukturelle Nachteile durch deren „Insellagen“ aufhebt. So beabsichtigt etwa die IG-Keupstraße den Bau eines Bazarhauses und kultureller Einrichtungen, der Möbelverbund übernimmt die Federführung für Recyclingprojekte und die Genossenschaft WiWAt entwickelt Modelle von Wohnen, Arbeiten und Eigenbau. www.wiwateg.org/start.htm
Das Herzstück dieses Engagements ist ein besonderes Planungsverfahren, das sogenannte „advocacy planning“. Bei dieser „Advokatenplanung“ können sich verschiedene Initiativen und Bürger mit konkreten Vorhaben in den städtebaulichen Planungsprozess einbringen. Der jeweilige „Advokat“ (hier: Fürsprecher) sammelt die Ergebnisse der Einzel-Projekte und Ideen und bringt sie anschließend in die planerische Umsetzung ein. Am 3.3.09 wurden Zwischenergebnisse präsentiert, über die u.a. der KStA in seiner rechtsrheinischen Ausgabe berichtete www.koelnagenda.de/docs/KStA090312.pdf
Eine endgültige planungsrechtliche Entscheidungen darüber, wer dieses große Gelände wie nutzen kann, ist jedoch noch nicht in Sicht. Doch es gibt konkrete Forderungen an den Rat und die Verwaltung der Stadt Köln, die Grundstücke umzuwidmen, und sie in das von der EU geförderte Programm „Soziale Stadt“ mit einzubeziehen. www.sozialestadt.de/programm/
Themen: Bürgerbeteiligung | Stadtgestaltung |
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