Tag der offenen Hinterhöfe in Alt-Sülz
Eine gelungene Aktion der Lokalen Agenda-Gruppe Sülz
?Endlich durfte ich mal in Ruhe einen Blick in die Hinterhöfe werfen?, kommentierte eine Sülzerin den Tag der offenen Hinterhöfe am 6. Mai 2001 in Sülz. Schon morgens kurz vor 10 Uhr strömten über 100 Besucherinnen und Besucher in das Sülzer Jugendzentrum in der Sülzburgstraße, um an der Stadtteilführung von Alexander Hess teilzunehmen. Rund zwanzig Tore in Alt-Sülz hatten für diesen Tag geöffnet, mit dabei waren private Höfe ebenso wie Künstlerateliers und gewerbliche Betriebe. Das Jugendzentrum war für den Ansturm gut gerüstet: den ganzen Tag lief der Café-Betrieb auf Hochtouren, während sich auf der Bühne und im Gartengelände die Sülzer Musiker abwechselten und die Schriftstellerin Angelika Hensgen aus ihrem neuen Sülz-Krimi für Jugendliche vorlas. Im Jugendzentrum wurden Fotos von Sülzer Hinterhöfen gezeigt und im Hof ging es auch recht lebhaft zu.
Während das Kinder- und Jugendforum für die Idee eines Energiespielplatzes warb, konnten einige Kinder ihre Spielsachen auf einem Kindertrödelmarkt verkaufen. Der Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz informierte über seine Arbeit und mittendrin war der Informationsstand der Agenda-Gruppe ständig von Besucher/innen umringt. Ein zweiter Veranstaltungsort war das Casamax-Theater auf der Berrenrather Straße, wo es neben Lesungen und Gesang von Sülzer Künstler/innen Fotoausstellungen gab.
Über 1.000 Neugierige strömten durch Alt-Sülz, ausgerüstet mit einem Informationsblatt, in dem alle offenen Hinterhöfe mit den Öffnungszeiten verzeichnet waren. Interessantes gab es an vielen Stellen zu entdecken: eine ehemalige Autofabrik, die zu Büroräumen umgebaut worden war, ein privates, begrüntes Treppenhaus, ein Hinterhof mit verschiedenen Ateliers, ein Fitness-Studio in Gebäuden einer ehemaligen Brauerei oder ein hübscher Hinterhof, in dem die Besitzer edle Tropfen ihres hauseigenen Weines einschenkten.
Wohnen und Arbeiten nah beieinander
Das Anliegen der Agenda-Gruppe war es, einen spannenden Rahmen für Sülzerinnen und Sülzer zu schaffen, um den eigenen Stadtteil kennenzulernen und mit Nachbarn und Besuchern ins Gespräch zu kommen. Schon während der Vorbereitungen konnten viele Kontakte geknüpft werden, die dann am Tag selber vertieft und ausgebaut wurden. Sowohl die Agenda-Gruppe als auch die anderen Sülzer können diese Kontakte für ihre weitere Arbeit nutzen. Und manch einer lernte seine Nachbarn kennen, erfuhr etwas über die Probleme in diesem Stadtteil, fand einen Krabbelgruppenplatz für den Nachwuchs oder einen Stellplatz für sein Auto.
Mit dieser Aktion ist die Arbeit der Agenda-Gruppe vielen im Stadtteil zum ersten Mal aufgefallen, und das Interesse war groß, mehr zu erfahren.
Die Vorbereitung (Projektkoordination, Finanzbeschaffung und -abwicklung, Öffentlichkeitsarbeit, Programmplanung) hat etwa neun Monate gebraucht. Etwa acht Aktive standen hierfür zur Verfügung, die sich monatlich trafen. Wertvolle Unterstützung erhielten wir von einem Hobbyfotografen, der Bilder von den Hinterhöfen aufnahm und einem Schreiner, der in liebevoller Handarbeit Holzschilder für die offenen Hinterhöfe sägte und bemalte. Die Produktion der Flyer und Plakate haben wir in professionelle Hände gegeben. Finanzielle Unterstützung bekamen wir von der Bezirksvertretung Lindenthal, dem Agenda-Verein und dem Kulturamt der Stadt Köln sowie von einigen privaten Sponsoren.
Mit gutem Beispiel voran
Die nächste Aktion war die Durchführung einer ?Perspektivenwerkstatt? am Sonntag, dem 16. September 2001. Mit interessierten Sülzer/innen betrachteten wir an diesem Tag ?unsern? Stadtteil, und beleuchteten seine vielen Liebenswürdigkeiten, aber auch einige Fehlentwicklungen. Unser Ziel ist es, aus diesen Bestandsaufnahmen neue Anregungen und Ansatzpunkte für die Agenda-Arbeit zu finden.
Weitere Informationen: Lokale Agenda-Gruppe Sülz, Ulla Theisling, Tel. 0221 / 44 44 20, Susanne Wankell, Tel. 0221 / 43 37 72.

